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Prellball:
(VFL Oldenburg)

VfL Oldenburg

 
Wie schwer es ist, mit einer Dreier-Mannnschaft auf einer Veranstaltung zu bestehen, in der sich die vermeintlich Besten des Landes messen, mussten unsere Frauen-40 ebenso erkennen, wie unsere Männer-60. Sicherlich hatten weder die einen, noch die anderen damit gerechnet, um einen Titel zu kämpfen, doch etwas mehr als ein 8. und ein 10. Platz hätte schon drin sein können.

Für die Damen begann das "Abenteuer" Deutsche Meisterschaft bereits am Samstag Morgen mit dem ersten Durchgang um 08:10 Uhr. Und es begann eigentlich erstaunlich gut: Hatte man bei den Norddeutschen gegen den MTV Itzehoe noch Lehrgeld bezahlt, so gestaltete sich diese Begegnung recht ausgeglichen. Gleich der erste von unzähligen zu erwartenden hohen Bällen der Holsteinerinnen ging in's Grundlinienaus - damit hatten sie sich offensichtlich selbst den Schneid abgekauft. Die sonst so häufig von dieser Mannschaft eingesetzte Waffe blieb für den Rest des Spieles stumm, zudem waren alle VfL-Damen in der Defensive stark verbessert. Die Führung dieses Spieles wechselte ständig und es keimte Hoffnung auf einen Sieg auf. Doch aus Sicht des VfL wurde das Spiel 15 Sekunden zu spät (oder auch zu früh) abgepfiffen, denn am Ende stand es 40 : 41. Ärgerlich, jedoch ließ dieses Ergebnis hoffen.
Nun ja, gegen den Meister der Regionalmeisterschaften Süd -den TSV Ludwigshafen- wurde dann sehr schnell klar, wo deren Ambitionen angesiedelt waren. Sicherlich auch durch einige leichte Fehler gleich zu Beginn, hauptsächlich aber bedingt durch etwas, was man als Klassenunterschied bezeichnen kann, lagen die VfL-erinnen binnen weniger Minuten mit acht Bällen zurück. Aber Inge Freese, Birgit Stapenhorst und Karin Schallhorn rissen sich zusammen und konnten das Spiel phasenweise so gestalten, dass nicht der Eindruck von Kapitulation aufkam. Doch wie gesagt, zu dritt ist es schwer - gerade gegen Mannschaften, die kaum Schwächen aufweisen, und so war die 34 : 48 Niederlage auch gerechtfertigt. Allerdings möchte ich speziell an dieser Stelle noch anmerken: Liebe Betreuer, nicht nur beim Gegner werden Fehler nicht gepfiffen!!! Für einige scheint sportliche Fairness wohl nur noch in der Theorie zu existieren.
Dann kam das Spiel, in dem wohl alle Hoffnungen, den zweiten Tag dieser Titelkämpfe zu erreichen, begraben werden mussten. Gleich zu Beginn des Spieles gegen den TV Berkenbaum verletzte sich Karin bei einem Sturz an ihrem schon einmal operierten Knie so heftig, dass es kurzzeitig so aussah, als wenn sie aufgeben müsste. Zwar ließen die Schmerzen nach einigen Minuten etwas nach, doch an weiterspielen in der gewohnten Manier war nicht mehr zu denken. Karin und Birgit wechselten die Positionen (jetzt Birgit in der Mitte und Karin nach links), doch für den Rest dieses Tages war das rechte Knie von Karin nicht mehr richtig belastbar. Schon erstaunlich, dass diese Partie trotzdem nur mit drei Bällen (40 : 43) verloren ging. Hier, wie schon im ersten Spiel, wäre schon mehr drin gewesen. Siege gegen Itzehoe und Berkenbaum, und der dritte Platz in dieser Vorrundengruppe und somit der 6. dieser Titelkämpfe wären gesichert gewesen - leider nur im Konjunktiv. Der weitere Verlauf dieser Meisterschaften war dann so, wie es zu dritt mit einer verletzten Spielerin zu erwarten war - eher deprimierend.
Das letzte Gruppenspiel gegen den noch amtierenden (und später erneuten) Deutschen Meister von der Barmer TG wurde von den Wuppertalerinnen so geführt, dass auch unsere Damen noch etwas davon hatten :-), und endete 34 :43. In der sogenannten "Trostrunde" gab es dann noch Spiele gegen den MTV Wohnste und den Betzdorfer TV, doch am Ende war einfach nicht mehr als der 10. Platz drin.

Was die Männer-60 angeht, so habe ich leider nur ein Spiel verfolgen können, da diese Klasse in einer anderen Halle gespielt hat. Meine Berichterstattung beschränkt sich daher auch fast ausschließlich auf die Ergebnisse. Nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Klaus Wiechmann mussten sich Herbert Fierkens, Detlef Sill und Christian Obst zu dritt durch das Feld kämpfen, auch in dieser Spielklasse ein nahezu sinnloses Unterfangen. Doch auch die Drei ergaben sich nicht kampflos und konnten in der Gruppenphase zumindest gegen den TSG Eisenberg ein beachtliches 31 : 35 erzielen, während die Spiele gegen TV Bremen 1875, Eiserfelder TV und TSV Bayer Leverkusen doch recht deutlich zugunsten der Gegner ausfielen. Jedoch im Kreuzspiel gegen den TV Höheischweiler gelang ein souveräner 44 : 29 Sieg und somit war die Teilnahme am Spiel um Platz 7 gesichert. Dort traf man erneut auf den TSG Eisenberg - diesmal verlor man noch knapper mit 37 : 38. Realistisch gesehen, sollte man mit diesem 8. Platz auf jeden Fall zufrieden sein, zumal diese Meisterschaften mit keiner langen Anfahrt verbunden war.

Ein Thema, dass eigentlich keines sein müsste, leider aber immer mehr an Bedeutung gewinnt, ist die leidige Schiedserei. In der Hoffnung, dass die Verantwortlichen dieses Dilemmas diesen Bericht nicht nur lesen, sonder ihn nicht auch noch als Meinung eines Einzelnen abwerten, der in ihren Augen keine Ahnung hat: Besinnt Euch, solange noch Zeit dazu ist! Für absolut niemanden wird die Attraktivität unseres Sports dadurch gesteigert, dass er den Charakter von Kegeln, Murmeln oder Seniorenturnen 80+ erhält. Vielleicht haben ja einige A-Schiedsrichter nur etwas nicht richtig verstanden, wenn sie der Meinung sind, dass durch die bloße Berührung des Balles bereits ein Prellen stattgefunden hat, oder wenn durch "kullern" des Balles zum Gegner dem Begriff "Unterarmschlag" genüge getan wurde. Jeder (mit Ausnahme des Schiedsrichters natürlich), der das Kreuzspiel zwischen den Frauen des VfL Oldenburg und des MTV Wohnste gesehen hat, ja selbst die Gegnerinnen, haben die Prellball-Welt nicht mehr verstanden. Ich möchte also nachmals betonen, dass es sich hier nicht um die Meinung einer Einzelperson handelt, die sich einfach nur stur stellt. Vielmehr spreche ich hier für eine nicht unerhebliche Zahl Aktiver, die diesen Sport in Gefahr sehen - UND AUCH WISSEN, WOVON SIE REDEN. Ergreift meinetwegen Maßnahmen, die die Übermacht einiger Schlagleute entschärft, aber sorgt nicht dafür, dass bald keiner mehr weiß, warum diese Sportart eigentlich mal Prellball genannt wurde. Den ersten Aktiven vergeht bereits die Lust - sollten da nicht bei den Verantwortlichen sämtliche Alarmlampen angehen?

Detlef Schallhorn


Autor: desc
Artikel vom 03.05.2006, 15:36 Uhr

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