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Fußball:
(1. FFC Turbine Potsdam)

Mühsamer Arbeitssieg gegen Tabellenschlusslicht Crailsheim

Alles andere als eine ansehnliche Vorstellung bot die Mannschaft Turbine Potsdams am heutigen Vormittag beim Tabellenschlusslicht TSV Crailsheim. Gegen die bislang punktlosen Crailsheimerinnen setzten sich die Turbinen glanzlos mit einem 2:0 (1:0)-Sieg durch und bauten damit ihre Position im oberen Tabellenviertel weiter aus.

„Das war eine herzlose Vorstellung. Wir können froh sein, dass wir am Ende noch 2:0 gewonnen haben“, zeigte sich Turbine-Trainer nach dem Abpfiff maßlos enttäuscht von der Darbietung seiner Mannschaft. In der Tat hatten es die Turbinen zuvor versäumt, die auf dem Papier klar verteilten Rollen – Tabellenfünfter gegen Tabellenletzten – auch auf dem Platz eindrucksvoll zu unterstreichen.
Zunächst dauerte es eine ganze Weile, bis die Potsdamerinnen ins Spiel gefunden hatten. Neben dem verletzungsbedingten Ausfall der beiden Stammspielerinnen Isabel Kerschowski und Babett Peter schwächten sich die Turbinen auch selbst, es lief erst einmal nicht viel zusammen. Die Gastgeberinnen zeigten sich bemüht, versuchten nicht nur gegenzuhalten, sondern auch mitzuspielen. Potsdam hingegen spielte „viel zu lasch“, wie Trainer Schröder abschließend konstatierte, es „fehlte an Aggressivität, wir sind nie richtig in die Zweikämpfe gegangen“. Bis auf einen 20-Meter-Schuss von Marie-Louise Bagehorn, den Kim Kaller im TSV-Gehäuse jedoch zur Ecke klärte sowie einen gefährlichen Kopfball durch Fanny Vágó im Gegenzug, der jedoch sichere Beute von Desirée Schumann wurde (7.), passierte in der ersten knappen halben Stunde wenig erbauliches.
In der 25. Minute fiel dann endlich das erlösende 1:0 aus Sicht Potsdams. Leni Larsen Kaurin hatte über rechts Anja Mittag in zentraler Position bedient, die setzte sich gegen die – reglos erstarrte – gegnerische Defensive durch und schob das Leder unter der Torfrau hinweg zur Turbine-Führung in die Maschen (25.). In Folge berappelten sich die Potsdamerinnen etwas und nahmen das Heft des Handelns in die Hand. Nach einem Freistoß für die Platzherrinnen (40.), den Schumann jedoch im zweiten Nachfassen sicherte, erarbeiteten sich die Turbinen kurz vor dem Pausenpfiff Torchancen im Minutentakt. Viola Odebrecht (41.), Anja Mittag (42.), Leni Larsen Kaurin (42., 43.) vermochten es jedoch nicht, den Ball im Gehäuse unterzubringen, so ging es mit der knappen 1:0-Führung für die Turbinen in die Pause.
Auch in der zweiten Halbzeit spielte Potsdam zu kompliziert, während die Gastgeberinnen spielerisch blass blieben, mit vereinzelten Kontern jedoch nicht ungefährlich waren. Entschieden war im Schönebürgstadion also noch lange nichts. Während es den Turbinen also „an Leidenschaft und Emotion fehlte“, wie Trainer Bernd Schröder nach dem Abpfiff bemängelte, schaffte es der TSV es nicht, daraus Kapital zu schlagen. Das Spiel lief nun nahezu durchgängig nur in eine Richtung, Potsdam erarbeitete sich zahlreiche gute Möglichkeiten, die Führung weiter auszubauen. Doch agierten die Turbinen im Abschluss zu ungenau und ließen reihenweise Großchancen aus. Die größten waren wohl ein Eckball von Leni Larsen Kaurin, der nur die Lattenoberkante touchierte (60.) sowie ein Schuss von Jessica Wich aus spitzem Winkel nach Querpass von Tabea Kemme, der von der Torhüterin an den Pfosten prallte (64.). Auf de r Gegenseite bot sich Annika Eberhardt die beste Möglichkeit zum Ausgleich, als sie sich nach einem langen Abschlag von Torfrau Kaller gut gegen die Potsdamer Defensive durchsetzte und 16 Meter vor Schumanns Gehäuse zum Abschluss kam. Potsdams Torfrau war jedoch auf dem Posten und klärte den nicht ungefährlichen Schuss zur Ecke, die anschließend jedoch nichts mehr einbrachte. Während die 389 Zuschauer also den Eindruck bekommen mochten, Potsdam bettele noch um den Ausgleich, bestrafte Anja Mittag alle Zweifelnden eines Besseren. Wenige Minuten vor dem Abpfiff versenkte sie einen Pass von Leni Larsen Kaurin per Direktabnahme zentral aus 16 Metern zum 0:2 zwischen den Pfosten (84.). Damit war das Spiel entschieden, bei diesem Ergebnis blieb es bis zum Abpfiff.
Drei wichtige Punkte nahmen die Turbinen also mit nach Hause, alles andere möchte auch Turbine-Trainer Bernd Schröder möglichst schnell abhaken: „Leider konnten wir die spielerischen Ansprüche, die wir an uns selbst haben, heute nicht erfüllen“, so sein Fazit, „wir haben nicht den Fußball gespielt, den wir uns vorgenommen haben und den wir in den vergangenen Wochen auch ansatzweise bereits gezeigt haben. Durch die Bank hinweg hat die Leistung heute nicht gestimmt und haben fast alle Spielerinnen unter ihren Möglichkeiten gespielt. Mit Abstrichen ausnehmen kann ich davon lediglich Torhütern Desirée Schumann und Bianca Schmidt. Vermutlich dachten sich einige, dass sie das Ganze mit links herunterspielen. Es war ein enttäuschendes Spiel und wir müssen uns für das wichtige Pokalspiel am kommenden Samstag gegen Tennis Borussia Berlin mächtig steigern“.

Die Spielinfos

6. Spieltag, 12. Oktober 2008, 11 Uhr: TSV Crailsheim - 1. FFC Turbine Potsdam0:2 (0:1) TSV Crailsheim: Kaller - Schott, Held, Gaspar, Gaugler - Hörber, Treyer, Breunig - Vago (43. L. Wich), Eberhardt, Höß (80. Kuffner)1. FFC Turbine Potsdam: Schumann - Schiewe, Zietz (C), Schmidt - Kaurin, Bagehorn, Odebrecht, Braun (59. M. Kerschowski) - Wich (66. Podvorica), Kemme, Mittag Die Tore: 0:1 Mittag (25.), 0:2 Mittag (84.)Gelbe Karten: Kuffner, EberhardtSchiedsrichter: Storch-SchäferZuschauer: 389Stadion: Schönebürgstadion, Crailsheim


Original-Pressemitteilung
Artikel vom 13.10.2008, 09:24 Uhr

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